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Entwicklung der Steirischen Harmonika im Laufe der Zeit

Posted On Mai 8, 2016 at 1:07 pm by / Kommentare deaktiviert für Entwicklung der Steirischen Harmonika im Laufe der Zeit

Von der Optik her, hat sich die Steirische Harmonika seit ihrem Bestehen nicht verändert. Nur technisch wurden einige Veränderungen vorgenommen. So hatte sich die anfangs Steirische Harmonika mit umschaltbaren Tonarten nicht durchgesetzt. Gründe dafür waren das zu hohe Gewicht und die nicht steirischen Klänge des Instruments. Auch der Umschaltmechanismus ließ zu wünschen übrig, da dadurch die Töne nie genau hervorkamen.

Die neueste Entwicklung der Firma LIMEX  mit ihrer Midi-Harmonika beseitigte diese Mängel. Mit ihr lässt sich praktisch jede Stimmung einstellen, dies geschieht ausschließlich elektronisch.

Heute wäre die Steirische Harmonika aus der Volksmusik nicht mehr wegzudenken.

Weltmeisterschaften Steirische Harmonika

Die Steirische Harmonika erlangte solchen Weltruf, dass seit den 1980er Jahren sogar Weltmeisterschaften mit diesem Instrument ausgetragen werden. So gab es seitdem einige verschiedene Musiktalente, die mit diesem einzigartigen Instrument Weltmeister wurden. Unter all den Teilnehmern sticht ein Name ganz besonders hervor: Denis Novato.

Dieses Ausnahmetalent wurde sage und schreibe viermal Weltmeister, von 1991 bis 1994 sogar dreimal hintereinander; 1998 wiederholte er diesen Erfolg nochmals. Auch in den folgenden Jahren lag er bei Weltmeisterschaften immer auf den vorderen Plätzen.

Heutzutage kennt man ihn als Star auf der Harmonika und es ist immer wieder ein Genuss diesem Ausnahmetalent zuzuhören. Für viele Fans ist und bleibt er die Nummer 1.

Aber auch andere Gestalten überragten mit Ihrem Können, so zum Beispiel der zweimalige Weltmeister Hermann Huber, der 1988 solo und im Ensemble mit Marion und Georg diesen Titel gewann. Momentan hat der Südtiroler Stefan Oberhofer den Titel des Harmonika Weltmeisters inne, den er 2015 in Slowenien gewann.

Herstellung der Steirischen Harmonika 

Die Steirische Harmonika ist nicht wie andere Artikel eine reine Massenware, die sich maschinell herstellen lässt, selbst in unserer technisch modernen Zeit ist hier noch viel Handarbeit notwendig. Bei der Herstellung, die größtenteils in Handarbeit durchzuführen ist, sind viel Zeit und Präzision erforderlich. Das ist auch kaum verwunderlich, wenn man bedenkt, dass eine vierreihige Steirische Harmonika aus knapp 2800 Einzelteilen besteht.

Anhand dieser Zahl kann selbst ein Laie erahnen, wie zeitaufwendig es ist, so eine Harmonika herzustellen, und warum dieses Instrument so kostspielig ist. Zu den bekanntesten Herstellern von Steirischen Harmonien zählen Öllerer, Munda, Strasser und Alpen Harmonika.

Ablauf bei der Herstellung

 Je nach Hersteller-Firma gibt es bei der Produktion kleine Unterschiede. In der Regel werden vorab die einzelnen Teile gefertigt. Bei zahlreichen Firmen befindet sich das Materiallager in unmittelbarer Nähe der Produktionsstätte. Die Angestellten, die mit der Herstellung beschäftigt sind, haben ihre Arbeitszimmer ebenfalls in Nähe der Produktionsstätte.

Die Arbeitszimmer sind dabei so gestaltet, dass die notwendigen Arbeiten, die ja Konzentration und Präzision erfordern, dementsprechend eingerichtet und technisch ausgestattet sind.

Letztendlich werden die drei Hauptbestandteile zusammengebaut: Der Griffkasten, der Balg und der Basskasten.

Firmen die Harmonien produzieren sind gerne experimentierfreudig und investieren dabei auch reichlich in die technische Entwicklung.

Um konkurrenzfähig zu bleiben, kann man sich nicht nur mit einem Bereich der Volksmusik beschäftigen. Um auch in der Zukunft profitabel zu sein, muss in verschiedene Modelle investiert werden. Hersteller von Harmonien produzieren in der traditionelle Schiene, in kreative Modelle und in die Naturschiene.

Kreativmodelle werden für die volkstümliche Bühnenmusik hergestellt, diese Art Harmonien sollen vor allem ein auffallendes Erscheinungsbild abgeben.

Naturmodelle werden dagegen unauffällig hergestellt, vor allem ist hier ein großer Anteil von Holz vorhanden. Diese Modelle kommen den Original Steirer Harmonien am nächsten.

Weitere Modelle sind Anfängermodelle, diese sind mit drei Seiten ausgestattet und die Modelle für Fortgeschrittene, welche vier Seiten besitzen.

Abnehmer und Bezugsquellen

Abnehmer sind sowohl Privatpersonen als auch volkstümliche Clubs und Musikvereine. Verkauft werden die Harmonien über den Fachhandel, aber auch direkt ab Fabrik.

Preislich gesehen bekommt man natürlich die günstigsten Modelle bei einem Fabrikverkauf, über den Fachhandel muss schon etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden.

Vorteil Fachhandel: Hier kann der Kunde sein Wunschmodell vor dem endgültigen Kauf ausprobieren. Manche Händler leihen die Instrumente gegen eine Gebühr aus, damit kann der Interessierte sogar zu Hause üben.

Qualität der Steirischen Harmonika

Schon beim Zusammenbau der einzelnen Teile einer Steirischen Harmonika werden diese auf mögliche Mängel kontrolliert. Wenn abschließend die Stimmstöcke eingebaut worden sind, wird die Harmonika einer gründlichen Qualitätskontrolle unterzogen. Getestet werden sowohl die Mechanik als auch die Töne. Schon beim Abspielen weniger Töne, erkennt der erfahrene Mitarbeiter, ob bei der Harmonika ein Fehler vorliegt oder nicht.

Auf alle Fälle aber müssen alle Töne einzeln getestet werden, erst dann wird entschieden ob Fehler vorliegen oder nicht.

Sollte ein einzelner Ton nicht stimmig sein, dann werden die Stimmzungen dementsprechend nachgearbeitet. Ist ein Ton zu hoch, wird die Spitze der Stimmzunge abgeschliffen. Ein schwieriges Unterfangen dabei den richtigen Punkt zu erwischen.

Erst wenn alle diese eventuellen Mängel beseitigt sind, gelangt die Harmonika in den Verkauf.

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