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Steirische Harmonika: Woher kommt das Instrument

Posted On Dezember 3, 2015 at 8:07 am by / Kommentare deaktiviert für Steirische Harmonika: Woher kommt das Instrument

Steirische Harmonika von AlpenDie Steirische Harmonika kommt ursprünglich aus Wien. Der Klavier- und Orgelbauer Cyril Demian patentierte am 06.05.1829 ein Handzuginstrument. Es besaß eine einzige Fünfknopfreihe auf der Melodieseite und ein Koppelakkordbass. Dieser war mit sogenannten Löffelklappen ausgeführt. Die Steirische Harmonika wird nicht nur in Österreich gespielt. Viele namhafte Bands verwenden dieses schöne Instrument in ihren Stücken. Alpen Rock bezeichnet man die Stilrichtung mittlerweile, obwohl Hubert von Goisern oder die Zillertaler Schürzenjäger schon vor einigen Jahren, als man den Begriff Alpen Rock noch nicht kannte, bereits die Steirische Harmonika in ihren Liedern verwendete.

Volksmusik ist inzwischen nicht nur traditionelle Musik mit  Harmonika, Gitarre oder Hackbrett, sondern sie ist moderner geworden und spaltet sich in die verschiedensten unterschiedlichen Stile. Gerade hier in Deutschland wird auch deswegen die Steirische immer beliebter. In Bayern gehört sie längst zum Kulturgut. Schon zu Zeiten als es noch keinen Fernseher oder Radio gab setzte man sich oft zusammen und musizierte. Hier standen die Familie und die Musik zu jener Zeit an vorderster Stelle.

Aber auch in anderen benachbarten Ländern wie z.B. Südtirol, Tschechien oder auch Slowenien ist sie zuhause. Die Slowenen z.B. sind wahre Harmonikabaumeister. Inzwischen werden die meisten Steirischen Harmonikas, die man so auf dem Markt findet, in Slowenien produziert.

Woher kommt das Wort „Steirische“?

Zunächst möchte man meinen, dass die Harmonika in der Steiermark erfunden worden ist. Doch weit gefehlt. Wie bereits oben erwähnt, wurde die Ziach in Wien erfunden. Der Begriff steirisch steht in Österreich vielmehr für ländlich. Mit ihr spielt man eher alpenländische Volksmusik und daher wurde dieses Instrument als Steirische Harmonika genannt.

Je nach Region wird dieses Zuginstrument auch Zugorgel, Quetschn, Ziach, Harmonika oder einfach nur Steirische genannt.

Warum ist die Steirische Harmonika so beliebt?

Die Steirische Harmonika ist ziemlich einfach zu spielen. Es ist ein diatonisch, wechseltöniges Instrument. Das bedeutet, dass Druck und Zug auf derselben Taste ein anderer Ton erzeugt wird. Klingt erstmal etwas verwirrend, ist aber letztendlich ziemlich einfach.

Außerdem braucht man für das Erlernen keine Noten. Eine spezielle Griffschrift macht dies möglich.

Ein weiterer Grund mag auch die Handlichkeit der Steirischen sein. Klein und kompakt lässt sie sich überall mit hinnehmen. Ohne oder mit Begleitung, sei es Gitarre oder Bariton, kann man schon mit wenigen Kenntnisse eine schöne Tanzmusik machen, die begeistert und mitreißt.

Was ist der Unterschied zum Akkordeon

Die steirische Harmonika ist zum Unterschied des Akkordeons auf den Dur-Dreiklang ausgerichtet. Charakteristisch hierbei sind die stark klingenden Helikonbässe. Sie verleihen dem Instrument seine markante Klangfarbe.

Ein weiterer Unterschied ist, dass die Steirische Harmonika ein diatonisches Instrument ist. Dabei erklingt, je nachdem ob man zieht oder drückt, bei jeder Taste ein unterschiedlicher Ton. Es gibt zwar auch Akkordeons mit Knöpfen, wie das Bajan zum Beispiel, aber hier bleibt der Ton eben gleich ob man zieht oder drückt.

In welcher Stimmung sollte ich meine Steirische kaufen?

Egal ob man sich eine neue oder sich seine Steirische Harmonika gebraucht kauft muss man sich vorher überlegen welche Stimmung das Instrument haben muss . Die am meisten verwendete Stimmung ist wohl GCFB. Je nachdem in welcher Besetzung man spielt muss die Steirische zu den anderen Instrumenten passen.

Das sind die üblichen Stimmungen die es gibt:

  • A,D,G,C
  • G,C,F,B
  • F,B,Es,As
  • B,Es,As,Des

Die einzelnen Buchstaben stehen für die Grundtonart pro Reihe der Steirischen Harmonika. Die verwendete Skala ist dabei „rein“ oder „temperiert“. Die Stimmung ist dabei nicht immer exakt gleichstufig. Müller und Öllerer bringen hier Korrektungen an. Strasser hingegen stimmt temperiert.

Je hochwertiger die Stimmplatten sind umso genauer und reiner kann die Steirische Harmonika gestimmt werden.

Der Ton, der beim Druck einer Taste ensteht sind Zwei- oder Dreichörig. Das bedeutet, dass eine dreichörige 3 Stimmplattensätze eingebaut bekommt.

Diese Steirischen Harmonikas gibt es

Seit Cyril Demian 1829 seine erste Steirische Harmonika patentierte hat sich sicherlich einiges auf dem Harmonika Markt getan. Die Instrumente sind moderner vom Design her geworden. Wobei viele wieder zurück zur einfachen urigen Steirischen gehen.

Die Steirischen haben sich von den verwendeten Materialen verändert. Die alten Steirischen von früher wurden zwar damals schon mit aufwendigen Intarsien verziert, aber zu der Zeit gab es noch keine CNC Laser, die die Metallborten ausschneiden konnten.

Zu den Top Firmen auf dem Harmonika-Markt zählen:

  • Strasser Harmonika
  • Landerer Harmonika
  • Kärntnerland
  • Michlbauer Harmonika
  • Müller Harmonika
  • Jamnik Harmonika
  • Alpen Harmonika
  • Zupan Harmonika
  • Öllerer Harmonika

Wobei die größten Harmonika Hersteller Strasser, Öllerer und Müller sind. Alle anderen sind eher Familienbetriebe. Die großen 3 stellen derzeit ca. 2200 Instrumente jährlich her.

Der Klang macht die Qualität der Steirischen aus

Diese „Neuen Steirischen“ die man heutzutage baut, sind nicht nur optisch weiterentwickelt worden. Mittlerweile stehen den Harmonikabauern ganz andere Materialien zur Verfügung. So wird das Instrument oftmals mit aufwendig verzierten Metallborten versehen. Auf den Balg werden verschiedenste Motive aufgebracht.

Aber nicht nur das Aussehen entscheidet. Der Klang der Stimmzungen ist letztendlich entscheidend. Je nachdem welche Stimmplatten verwendet werden umso teurer wird das Instrument.

Es wird hier unter 8 verschiedenen Güteklassen unterschieden. Wobei jeder Stimmplattenhersteller eigenen Begriffen arbeitet und diese dann mit anderen Zusätzen bezeichnet.

So bezeichnet die Firma Harmonikas s.r.o die Güteklasse I als A Mano. Bei der Firma Cagnoni s.p.a z.B. besitzt die gleiche Bezeichnung die Güteklasse II. Hierzu gibt es keine direkte Normen und ist insgesamt etwas verwirrend für einen Laien.

Insgesamt sind es 3 große Hersteller von Stimmplatten, die es auf dem Markt gibt:

  • Antonelli u. Salpa (VOCI ARMONICHE S.r.l)
  • Cagnonie s.p.a
  • HARMONIKA s.r.o

Manche Steirische Harmonika und Akkordeon Hersteller verwenden eigene Bezeichnungen für die Stimmplatten und nicht die der Hersteller. So verschleiern sie oft die tatsächliche Qualität der Stimmplatten und verbauen in ihren Instrumenten minderwertige Stimmplatten.

Letztendlich entscheidet die Güteklasse, die unter anderem mit römischen Zahlen von I bis VIII angeben werden. Die beste Qualität ist dabei die Güteklasse I und besitzt eine Aluminiumhärte von 160. Auch Dimension, Fertigungstoleranzen und Konstruktion sowie die Art der Herstellung entscheiden letztendlich über die Qualität der Stimmplatten.

 

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